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Usability und User Experience, Teil 1

Es regnet draußen, also schreibe ich einen Post. Usability. Und User Experience. Heute ein Beispiel, in dem die Usability noch stimmen mag, aber die User Experience gegen Null oder Minus Unendlich läuft. Ein tolles Beispiel, um die beiden auseinander zu halten. Und dann wieder zusammen zu führen.

Außen hui, innen pfui

Auf dem diesjährigen UX Camp war die Rede davon, dass die meiste Zeit der Gestaltung in die Homepage (im Fachjargon ist das die Startseite der Internetpräsenz) geht. Und völlig außer Acht gelassen wird, dass ein Nutzer aus Google oder einer anderen Suchmaschine (werden diese noch benutzt?) gar nicht auf der Homepage landet. Sondern – beispielsweise – auf dem Kontaktformular. Und dann sieht er das:

Was kann demotivierender sein als das?

Was kann demotivierender sein als das?

Warum so? Und muss das heutzutage sein?
Noch mal kurz zur Erinnerung: Usability ist die Bedienbarkeit. Da kommen Fragen auf: ist das Ding vor mir überhaupt zu bedienen? Weiß ich, was passiert, wenn ich diesen Knopf drücke? Weiß ich, was passiert, wenn ich was ins Feld schreibe? Weiß ich, was ich ins Feld schreiben soll? In diesem Falle – da es sich um etwas handelt, das die meisten von uns mehrere hundert Male in ihrem Leben gesehen haben – ja! Ich weiß sogar, was ich in welches Feld schreiben soll.

Und jetzt kommt’s: und wo ist die User Experience? Das Nutzungserlebnis? Da kommen dann solche Fragen auf: habe ich genug Energie, um das jetzt auszufüllen? Sehe ich die Notwendigkeit dafür? Wie lange dauert es? Erfüllt es einen Zweck für mich? Und da komme ich persönlich hier ins Schwanken. Und denke folgende Kette im Kopp:
1. Die Leute wollen doch, dass ich mit Ihnen in Kontakt trete, nicht wahr? Warum zeigen sie mir dann sowas Hässliches, Umständliches, ewig Langes, auf das ich keine Lust habe?
2. Auf Ihrer gesamten Internetpräsenz versuchen sie einen guten Eindruck zu machen. Und dann, im Moment, wo ich ihnen die Hand schütteln will, ziehen sie sie zurück! Sie lassen mich an ihrer Kontaktwand, grau in grau, abblitzen.

Lösungen für Usability Probleme

Eines der größten Wunder gegen Usability-Probleme ist Entschlackung. Wie so oft, bringt weniger mehr. In nahezu jedem Lebensbereich (und am meisten im Design) gilt das Prinzip der Vereinfachung. Wir mögen einfach, wir mögen es übersichtlich. Übersicht gibt uns Menschen das Gefühl von Kontrolle und der Nutzer bekommt von uns Anbietern die volle Kontrolle, denn dann vertraut er uns mehr. Daher: das Formular verkürzen, drastisch. E-Mail, Rückruf-Nummer (optional) und das Anliegen, fertig. Alles andere kann – auch zu statistischen Zwecken – später abgefragt werden, wenn der Interessent schon mehr Fuß und Vertrauen gefasst hat. Wozu wollen wir aufwendig Daten sammeln, wenn dann keine Daten kommen – völliger Irrsinn.

Lösungen für User Experience Probleme

Denkt man in dieser responsiven Welt an kleinere Geräte, auf denen das Tippen gar nicht so viel Spaß macht, dann dürfte klar werden, dass solch ein Formular nichts bringt. Folgt man der Idee von Microinteractions, so wäre es für den Nutzer am unterhaltsamsten, wenn jedes einzelne Feld als eigene Interaktion umgesetzt wäre – nicht das ganze Formular. Der Nutzer hat also mit jedem einzelnen Feld ein kleines Techtelmechtel. Wenn ich es in Schritte aufteile, dann käme dabei für jedes Feld heraus:
1. Trigger – das Feld
2. Regel – spezifische Regel für das Feld (z. B. Textfeld, E-Mail-Feld, Passwort-Feld, Nummern-
feld mit speziellen Regeln zum Feldtyp)
3. Feedback – Text und Farbe, die zusammen ein Problem aufzeigen oder alles in Ordnung bedeuten.
4. Höherer Sinn – Feld und gesamtes Formular ausfüllen und abschicken, um sich zu regis- trieren, Kontakt aufzunehmen oder einen Kauf durchzuführen.

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