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Tipps & Tools für AppDesigner

Vom Web- zum AppDesigner, Teil 3: Aufgaben des AppDesigners in einem mittelgroßen App Projekt

Die Realität sieht so aus: in einer mittelgroßen Agentur, die für ein mittelgroßes App-Projekt beauftragt wurde, stehen maximal 1 bis 2 Designer zur Verfügung. Weniger ist mehr, wa. Würde man einem App-Projekt gerecht werden wollen, bräuchte man einen User Requirements Engineer, der die Anforderungen an die App festhält und den Kernnutzen herausarbeitet. Des weiteren wäre ein Interaktionsdesigner notwendig, der sich mit den Interaktionen für Smartphones, Smartwatches genau auskennt und am besten noch die jeweilige Plattform bedient – iOS, Android, Win. Dann bräuchte es den Usability Engineer, dessen Fokus auf dem nutzerzentrierten Entwicklungsprozess liegt. Die App also im Sinne und aus der Perspektive des Nutzers zu konzipieren. Auch wäre der Usability Engineer für die Gestaltungsrichtlinien der jeweiligen Plattform zuständig – sprich, er kennt sich aus mit den Elementen, die die Plattformen zur Verfügung stellen und prüft in diesem Sinne alles, was bisher von den anderen Teammitgliedern konzipiert wurde. Weiter geht’s zum Informationsarchitekten, dessen Aufgabe die Struktur zum Auffinden von Informationen und die Darstellung derselben in der App ist. Er achtet darauf, dass die Navigationsstruktur in einer App konsistent ist – dem Nutzer also in allen Übergängen sinnvoll vorkommt. Dann kommt der User Interface Designer, der dem bisherigen Konzept auf Screenebene eine Anmutung gibt, Kleidung überzieht, die zur Plattform und zum Nutzen der App passt. Und schließlich kommt noch der Usability Tester, der dafür sorgt, dass die App – oder besser ein Prototyp der App – rechtzeitig mit Nutzern getestet wird.

Das sind also in Summe 6 Rollen, die notwendig sind, um eine runde App Konzeption und einen klickbaren Prototypen auf die Beine zu stellen. Von 6 Personen, die diese Rollen besetzen sollen, rede ich gar nicht. Aber ich frage mich, wie viele dieser Rollen wirklich bewusst von uns App Designern eingenommen werden. Sind wir uns dessen klar, was wir da leisten? Leisten wir es bewusst oder machen wir einfach vor uns hin? Jede dieser Rollen benötigt ein bestimmtes Know-how. Woher kommt es? Wann schaffen wir es, es uns anzueignen? Genau. Das ist der Punkt. App Designer haben ein weites Betätigungsfeld. Dabei ist das User Interface Design nur ein schmaler Ausschnitt – dankbarereweise ein sichtbarer. Alles andere sind logisch-strukturelle, organisierende, sortierende Aufgaben, die zum Entstehungsprozess einer App gehören, aber nicht direkt sichtbar sind. Und diese Aufgaben erfordern eine Menge Wissen: über Nutzerverhalten, über die Plattformen, über die technischen Möglichkeiten. Hinzu kommen die ganzen neuen Tools, die uns diese Aufgaben erleichtern, aber auch Zeit für die Einarbeitung und die Integration in den gesamten Entstehungsprozess benötigen. Und, als Krone dessen, was wir leisten, kommt die Kommunikation im Team als verbindende Schnittstelle hinzu. Denn es sind die Designer, die alles miteinander verknüpfen und einer Idee Ausdruck geben. Aus allen Richtungen und in alle Richtungen. Vom Kunden zum Kunden, vom Marketing zum Marketing, vom Nutzer zum Nutzer und vom Entwickler zum Entwickler. Design ist das Epizentrum. Das wird immer noch unterschätzt. Die Rolle der Programmierer in Ehren und gleichzeitig muss klar sein: Designer erschaffen das, was später programmiert wird.

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