Age of nutzerzentriert

Karolina Schilling  Follow on Twitter
UX Designer & Consultant | ks@muppetti.de
12. Mai 2016

Age of nutzerzentriert

Good bye PC – die Post-PC-Ära ist da

Es ist schon längst passiert: nutzerzentriert drängeln sich Apps von überall in unser Leben. Apps lösen Webseiten ab oder treiben Webseiten dazu, sich wie Apps zu verhalten. Apps ermöglichen uns, eine Reise, Pizza, sonst etwas zu buchen, zu kaufen, zu ersteigern. Jetzt, hier, vor Ort. Apps werden bei Versicherungsvertretern, Finanzberatern, in Autowerkstätten, in Firmen für Projektmanagement, für den Vertrieb, für den Einkauf, in der Industrie für die Datenübertragung, für Steuerung von Maschinen verwendet. Vor allem außerhalb Deutschlands. Im Schneewittchenland ist Digitalisierung noch etwas aufregend Neues. Der Rest der Welt aber hat die Vorteile längst für sich eingenommen.

Die noch nie da gewesene Verknüpfung von Software (Apps) und Mobilität eröffnet ein weites Spektrum an Anwendungen – und die Transformation von Geräten. Computer, die früher klobig und schwer und nur an einem Ort benutzt werden konnten, sind heute komprimiert, leistungsstark und leicht. Denken Sie an Smartwatches und andere kleine Geräte, die wir am Körper tragen (Wearables), um immer verbunden, in Kontakt, informiert und erreichbar zu sein. Das ist der Trend bis hin zum Ubiquitous Computing – der Rechner ist zwar nicht mehr zu sehen, aber allgegenwärtig. Sensoren und chips, kleine Motherboards alles eingebaut, eingenäht oder verschmolzen in Kleidung, eingesetzt unter die Haut, implanitiert in den Körper. Kein Science Fiction und auch keine Idee eines Irren (naja…), sondern realistisches Programm, das bereits abgespielt wird. Was machbar ist, wird gemacht.

Offline, der neue Luxus

Das ist keine Frage. Das ist die Antwort. Zu jedem Trend gibt es den Gegentrend: Digital Detox Camps, Offline-Farmen, Sehnsucht nach Natur, Sehnsucht nach etwas Handfestem und vielleicht Selbstgemachtem (Do It Your- self, Up-Cycling) bis hin zum Bedürfnis, in dieser Weite von Möglichkeiten etwas zu finden, das Orientierung gibt (Coaching, Spiritualität, Aufleben alter Werte und Anpassung dieser Werte an unser Heute). Sogar der Gegentrend, die Fokussierung auf eins, wird in Apps verpackt: Coaching-Apps, Meditations-Apps, Konzentrationsübungen in Apps.

Was wäre, wenn wir diese beiden Bereiche weiter miteinander verbinden würden. Wir haben heute viele, unendliche Möglichkeiten, etwas Eigenes in die Welt zu setzen, es zu formen und Menschen zu finden, die sich dadurch angesprochen fühlen. Apps sind ein wunderbarer Weg – Ideen zählen und das Machen zählt.

Gutes UX Design bietet Sinn an

Es geht nicht nur darum, dass digitale Produkte so toll gemacht sind, dass wir unser halbes Leben darin verbingen könnten. Das machen ja Instagram, Youtube und ein Haufen sozialer Plattformen. Worum es geht ist, einen Weg zu finden, wie UX uns ein sinnbestimmtes, aus unserem Willen heraus gestaltetes Leben ermöglicht. Nicht wir werden gemolken, damit große Plattformen Geld machen, sondern wir bestimmen, was wir im Moment brauchen und wie wir unsere Träume erfüllen.